Stellungnahme des Bundesverbandes Trans* zur Initiative der GRÜNEN im Bundestag zur Abschaffung der Begutachtungspflicht

Zum Vorstoß der Bundestagsfraktion der GRÜNEN (weitere Quellen s.u.), die Begutachtungspflicht zur Vornamens- und Personenstandänderung für Trans*-Menschen abzuschaffen erklärt der Bundesverband Trans* (BVT*):

Der BVT* begrüßt die Bestrebungen der GRÜNEN im Bundestag, die Begutachtungspflicht als unnötige, teure und fremdbestimmte Barriere zwischen Trans*-Menschen und ihrem selbstbestimmten Leben nun so schnell wie möglich abzuschaffen und das Verfahren der Personenstands- und Vornamensänderung in einen Verwaltungsakt zu überführen.→ weiterlesen

Statement: Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle/trans* Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen

Statement des Bundesverbandes Trans* anlässlich des Fachgesprächs „Beratungs- und Unterstützungsbedarfe für transsexuelle/trans* Menschen und ihre Angehörigen in verschiedenen Lebenssituationen“
im BMFSFJ am 29.06.2016

Der BVT* hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Beratungssituation für trans*Personen und ihren Angehörigen in Deutschland zu verbessern und strebt eine gesetzliche Verankerung des Anspruchs auf umfassende Beratung an. Dafür wird aktuell im Rahmen eines Partizipations-prozesses ein Policy Paper erstellt, welches einerseits die Bedarfe von trans*Personen und ihren Angehörigen sichtbar macht und andererseits politische Forderungen daraus ableitet. Expert_innen aus dem Feld erarbeiteten bereits im Rahmen eines Gruppenprozesses ein erstes Statement für den Bundesverband Trans*:

Trans*Personen und ihre Angehörigen benötigen im gesamten Bundesgebiet eine leicht zugängliche, niederschwellige und wohnortnahe Beratung, die parteilich als auch ergebnisoffen eine kompetente und individuelle Unterstützung gewährleistet.

In Anbetracht der besonders schwierigen und von erheblicher Diskriminierung geprägten Situation von minderjährigen trans* und ihrer Familien fordert der Bundesverband Trans* die Bundesregierung auf, dass Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung von Minderjährigen zu stärken und das Angebot einer wohnortnahen, community-basierten und fachkundigen Beratung für alle Ratsuchenden sicherzustellen.

Wir fordern weiterhin eine klare Unterstützung bei dem Aufbau eines nachhaltigen community-basierten Beratungsangebots zur Begleitung und Unterstützung von trans*Personen und ihren Angehörigen. Dessen Wirksamkeit ist insbesondere durch die finanzielle Absicherung von Arbeitsplätzen sowie von qualifizierten Aus- und Weiterbildungen – auch von ehrenamtlich tätigen Berater_innen und Selbsthilfegruppenmoderator_innen – zu sichern. Wir verstehen unter community-basierter Beratung zudem eine gemeinsame Arbeit mit sensibilisierten Fach-kolleg_innen jeglicher geschlechtlicher Identität auf Grundlage einer menschenrechtskonformen Arbeitshaltung.

Parallel dazu fordert der Bundesverband Trans* eine übergeordnete Fachstelle Trans* Beratung für den Aufbau eines bundesweiten Wissensnetzwerkes, von dem sowohl Selbsthilfegruppen, Vereine und Verbände im Trans*Spektrum als auch Regelangebote der freien Wohlfahrtspflege profitieren. Die Fachstelle selbst kann als Akteurin im Aufbau der Strukturen gelten, die aktuelle Beratungs-landschaft in diesem Kontext trans*freundlicher gestalten und weitere Zugänge eröffnen. Zudem soll sie die Qualitätsentwicklung der vielfältigen Beratungs- und Selbsthilfeangebote vorantreiben. Insbesondere als Dienstleisterin für die Community ist sie in ihrer Verweiskompetenz essenziell. Auch soll ihre Errichtung dazu dienen, Akteur_innen aus den Bereichen der Gesundheitsversorgung, Politik und Verwaltung die Möglichkeit zu bieten, zuverlässige Informationen zu erhalten und sich für trans*spezifische Belange einzusetzen.

Der Vorstand des BVT*

(Als PDF Dokument, 0,5MB)

Ausschreibung Honorkräfte: Policy Paper zu Beratung, Gesundheit und Recht

Der Bundesverband Trans* (BVT) sucht jeweils eine Honorarkraft für die

Freie Plätze: Trans*Aktiv – Möglichkeiten und Grenzen einer Trans*Politik in Deutschland

Fortbildung in Kooperation mit dem Bundesverband Trans*
für geschlechtliche Selbstbestimmung und Vielfalt!

Fr, 24.06.2016 — So, 26.06.2016
Akademie Waldschlösschen, Göttingen

Die Tagung für Trans*Menschen soll politisches und soziales Engagement fördern. Neben ihren Vernetzungsangeboten will die Tagung Trans*Aktive Menschen bei der Verfolgung ihrer Ziele unterstützen.

Die Veranstaltung soll dazu beitragen, die einzelnen Trans*Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, um Antidiskriminierungsstrategien zu entwickeln und um gemeinsam und abgestimmt auf mögliche Bündnispartner_innen zuzugehen. Diese Vorhaben in einer Veranstaltung der politischen Bildung zu fördern ist umso wichtiger, da Trans*Menschen in Selbsthilfe und Beratung sich bereits als Expert_innen in eigener Sache definieren (müssen). Um die Anliegen der Selbsthilfe in den politischen Diskurs einfließen zu lassen bietet die Tagung Fortbildung und Austausch. Somit verbessern sich die Möglichkeiten, dass Trans*Menschen sich aktiv in gesellschaftliche Zusammenhänge einbringen können.

Themen, mit denen wir uns an dem Wochenende u.a. beschäftigen werden:

  • Lebenssituationen von Trans*menschen in Deutschland
  • Welche Beratungsmöglichkeiten stehen Trans*menschen zur Verfügung?
  • Struktur der Selbsthilfe – für mehr Akzeptanz
  • Gesundheitspolitische Diskurse über Trans*Lebensweisen
  • Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation
  • Darstellung von Trans* in den Medien